Wissen vs. Weisheit

von Christian
2 Minuten

Obwohl von vielen gleichgesetzt, sind Wissen und Weisheit nicht dasselbe. Ich kann viel wissen, ohne Weisheit zu besitzen. Die Pharisäer und Schriftgelehrten sind ein Beispiel hierfür. Sie waren theologisch hochgebildet und besaßen dennoch keine Weisheit. Worin also liegt der Unterschied?

Wissen

Wissen ist theoretischer Natur. Ich kann Dinge wissen, ohne danach zu handeln. In diesem Fall handle ich also wider besseren Wissens. Ja, ich kann sogar Dinge wissen, ohne sie wirklich verstanden zu haben. Während meiner Schulzeit habe ich beispielsweise Dinge auswendig gelernt und präsentiert und dafür auch gute Noten erhalten, ohne das Gelernte wirklich verstanden zu haben. Dies war auch das Problem der Pharisäer und Schriftgelehrten. Sie wussten zwar viel und standen deshalb hoch im Ansehen bei den Menschen, aber sie verstanden es nicht wirklich und handelten auch nicht danach:

Dann sprach Jesus zu der Menschenmenge und zu seinen Jüngern: »Die Schriftgelehrten und Pharisäer sitzen als Ausleger der Schrift auf dem Stuhl von Mose. Deshalb haltet euch an das, was sie euch sagen, aber folgt nicht ihrem Beispiel. Denn sie handeln nicht nach dem, was sie euch lehren.« (Mt 23,3)

Weisheit

Weisheit dagegen ist angewandtes Wissen und ist somit praktischer Natur. Um Wissen sicher anwenden zu können, muss man es zuvor aber erst einmal richtig verstanden haben. Weisheit setzt also Verständnis voraus und führt letztlich dazu, dass man das, was man als richtig und wahr erkannt hat, auch tatsächlich umsetzt. So auch bei der Bibel. Es reicht nicht, die Wahrheit bloß zu kennen, ich muss auch danach leben, ansonsten hilft mir das Wissen nichts:

Aber es reicht nicht, die Botschaft nur zu hören - ihr müsst auch danach handeln! Sonst betrügt ihr euch nur selbst. (Jak 1,22)

Denn vor Gott sind nicht die gerecht, die hören, was die Bibel sagt; für gerecht erklären wird Gott vielmehr die, die tun, was die Bibel sagt. (Röm 2,13)